Montag, 12. Januar 2009
BLOND.
Nachdem ich um 11.30 höflich zum Arbeitsantritt gebeten, heisst geweckt worden war, telefonisch, wählte ich das flotte Fahrrad als Fortbewegungsmittel und kam dennoch viel zu spät an. Gab keinen erwähnenswerten Ärger. Es war angenehm ungefüllt im Studio und ich wählte mir diesen hervorragenden Arbeitsplatz aus.




Es war nichts los. Ich sass einige Stunden, vier um genau zu sein, mehr oder weniger sinnlos am Telefon rum. Schwedenschlüssel, heisst zufällige Auswahl des Gesprächspartners im Haushalt, per Zufallsauswahl, über Alter und Geschlecht der im Haushalt gemeldeten Personen, war immer gegen mich, immer wurde der falsche, nicht anwesende männliche Lebenspartner, Mutti usw. ausgewählt. Und zu betrügen, traue ich mir nicht.
Keine Leute zum quatschen da und so kritzelte ich ein paar Worte hin, mit meinem Mitsubishi Rollerpen. Ich arbeitete vor, an der Ode dem Frisör. Lesen dürfen wir ja nicht in der Arbeitszeit. Oder Sudokus knacken.

Als das abgeschlossen war, nahm ich die S-Bahn zum Savignyplatz, über Ring.
Ich kam einige Minuten zu spät, das hatte ich natürlich angekündigt, bei meinem alten Bekannten und Freund, dem Frisör Jens Link in der Leibnitzstrasse an.
Montag ist bekanntlich Schontag und eigentlich hat er Montag zu.
Dadurch bekomme ich eine Sonderbehandlung, insofern das ich allein bin im Salon mit ihm. Das ist sehr schön.
Ich kenne ihn schon seit dem Jahr 2000, dem Jahr als ich Berlin betrat. Er war also einer der Ersten die meinen Weg kreuzten und denen ich bis heute die Treue halte, obgleich er immer über mich herzieht.
Er nahm sich damals umgehend meines notorischen Zottelkopfes an. Rot. Schwarz. Braun. Er machte immer alles mit, oft ohne freche Widerworte. Farbfehler. Kurz. Blond. Lang. Was ich will und wollte, er tuts.
Ich strapaziere seine Gönnerhaftigkeit allerdings auch nicht über. Alle paar Monate hört er sich meinen Lebens- und Leidensweg an und ich mir den Seinen, bei mir passiert ja allerdings eher nicht so super viel mehr.
Ich hielt ihm dementsprechend auch heute meinen ungewaschenen Kopf auffordernd hin und wie so viele Male nahm er sich meines Haarkleides mit liebevoller, aufopferungsvoller Hingabe und Leidenschaft an.
Er legte los. Blondierte. Schnitt. Diesmal ist es wenigstens nicht strähnig geworden, sondern das Blond erstrahlt in schönster Regelmässigkeit, mit eingeföhnten Locken.
Macht einen ganz ordentlichen Eindruck. Schade, dass ihrs nicht sehen könnt. Das mich heut niemand ausführt.

Hier ein ganz dunkles Bild.



Und hier seine Webseite: www.jens-link.com , die ja auch für sich spricht.

Er ist wirklich fantastisch. Und es gibt Geschichten über die illustre Kundinnenschar. Tatjana Gsell, Djamila Rowe. Wer reihte sich da nicht gerne ein?!
Und, meine lieben, guten 7 Leser. Meine Leserschaft .
Er sucht eine neue Kosmetikerin. Seine büchst soeben aus.

Dann lief ich über Kuhdamm heim. Ausverkauf. Nun will ich entspannen und eventuell noch das Dschungelcamp mal einstellen, denn diese Staffel habe ich noch gar nicht geguckt.

Und die Resterkekse von Karin haben Said wiederum ganz wunderbar geschmeckt.

Das war´s. Auf Wiedersehen.

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