Samstag, 28. Februar 2009
Miles meets Mickey
ooh, yeaah, mann…

er ist alt geworden oder einfach fertig
aber er kann es immer noch…
Freitagabend, 19.20 Berlin Dresdener Strasse, „Babylon Kreuzberg“
Eine dreifach gewundenen Cineastenschlange erwartet stoisch ihre Chance, noch Tickets für den „Wrestler“ zu ergattern, der oskarverdächtigen Konkurrenz in der Gruppe „bester männlicher Hauptdarsteller, aber Mickey (Rourke) für alle, die es noch nicht gemerkt haben, (hat mal 9 ½ Wochen mit Kim Basinger gespielt) musste sich dann doch den Political Correctness Directiven Hollywoods ergeben, die nach den schwulen Cowboys nun den ersten – bekennenden – schwulen Politiker der USA mit einem Oskar für die beste männliche Hauptrolle prämierten. Aber wir wollen nicht ungerecht sein, haben „Milk“ nur als wenn auch wenig ergreifenden Trailer gesehen und Sean hat den Oskar aus vielen anderen besseren Gründen sowieso verdient.

Zurück zu Mickey: Nn bischen zu viel Blut, wenn die Wrestler – oder wie es bei uns heisst „Catcher“ – sich mit einer Heftklammermaschine die Heftklammern in die aufgepumpten Muskeln schiessen oder sich im Stacheldraht balgen, dass es nur so spritzt. Die FSK muss bei der Freigabe dieses Films ab 12 Jahren wohl mit Blindheit geschlagen worden sein, zumal eine Rehabilitation bei den 12 – 16 Jährigen ja gar nicht nötig ist, die kennen ihn eh nicht mehr.

Die Geschichte des Films ist schnell erzählt:

In die Jahre gekommener Wrestler, auf Hartz 4 Niveau lebend und sich mit fünftklassigen, aber dennoch für ihn gefährlichen Wrestlingperformances über Wasser haltender Mickey erleidet einen Infarkt, und sucht anschliessend den Tod im Ring, da ihn seine zu späten Versuche, sich in der Gesellschaft halbwegs zu integrieren, allesamt scheitern. Ein paar Szenen sind ganz witzig, insbesondere der Wrestler hinter der Feinkosttheke, abgesehen von dem Schluss dieser Sequenz , in der sich M unnötigerweise fast die Finger an der Wurstschneidemaschine entfernt. Dazu noch ein paar Einblicke in die Wrestlercommunity und ein paar Versuche in der Kategorie Tragik und Melancholie, die weniger gelungen sind.

Insgesamt eine tolle darstellerische Leistung von M – er hat sich für die Rolle 15 Kilo „antrainiert“ und das mit 52 - aber dem Film hätte mehr Humor und weniger Blut und vielleicht ein kleines Happy End – mit der von M umworbenen Stripperin - besser getan als dieser konsequente, aber traurige Schluss und dann wäre auch die FSK Freigabe ab 12 ok.

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