Mittwoch, 7. Januar 2009
Markttag.
Lange geschlafen, möglicherweise schlafe ich noch, vielleicht ist schlafen doch die beste Medizin, wie der Volksmund so sagt.
Noch ein freier Tag. Gezwungenermassen. Morgen wird es wieder gehen. Ich hoffe.
Bliebe also zu entscheiden, wie man diesen kalten, krankheitserschwerten Tag möglichst sinnvoll nutzt.
Der Haushalt wartet geduldig, er möchte angefasst, geschultert werden, doch da kann er lange warten.
Was fällt mir ein?
Türkenmarkt ist. Mittwoch und Samstag an der Grossgörschenstrasse/ Crellestrasse. Gut, es gibt noch einen Basar am Maybachufer, der noch abgefahrener ist, von der Lage her, nicht vom Angebot. Ja, der ist natürlich zu weit bei dem Wetter und mit 20 orangfarbenen Plastikbeuteln bepackt, voll von frischer Minze und Honigmelonen, in die U-Bahn zu steigen, da schäme ich mich auch.
Geh ich also mal hier, in der Nachbarschaft, denn für 20 Euro bekommt man an den bunten Ständen, welche lautmalerisch, gebetsmühlenartig beworben werden. MöhrenMöhrenMöhrenMöhren. EinEuroEinEuroEinEuroEinEuro .
pestizidverseuchtes, aussortiertes, auch exotischeres und schmackhaftes Obst und Gemüse in rauen Mengen, auch Tahina und auch Schleier; Sicherheitsnadeln und alles was das Herz sonst noch zu begehren imstande ist.
Doch wer weiss, stehen die fleissigen Markthändler tatsächlich bei -10°C an ihrem Platz? Schwer vorstellbar eigentlich und dann müsste man, also ich eigentlich erst recht.
Und auch am Rodelberg hat sich ein Kaffeeverkäufer angesiedelt, für, na, 1 Euro, bekommt man ein Heissgetränk. Klasse Sache.

90 Minuten später.

Immerhin. Tahina und Grapefruits.








Ach und mit Embert, meinem Ex habe ich gestern auch noch lange telefoniert. Wenn ich das vergesse zu erwähnen, ist er böse.

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Dienstag, 6. Januar 2009
Die Erkältung ist besser, nur das Zwerchfell schmerzt ein wenig, links am Brustkorb, an den Rippen. Heute ist es noch nicht gut genug zum arbeiten. Aber es wird langsam wieder. Gott sei Dank.
Der Zigarettenwunsch tritt schon nicht mehr ganz so häufig auf und doch ist es als fehlt ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, vergleichbar mit der Abwesenheit von Sex.
Ich bin unruhig.
Ich habe übrigens noch nicht zugenommen. Über 60 kg wiege ich nie. Das ist auch meine selbstgesetzte, absolute Obergrenze. Noch.

Heute habe ich kurz nachgedacht.

Was soll ich sagen. Der Holländer ist ja nun nicht Darts -Weltmeister geworden. In Rotterdam haben sie einen Bürgermeister marokkanischer Herkunft gewählt.

Später bin ich ein bisschen rumgelaufen. Habe einen Freund besucht, auch er hütet krankheitsbedingt das Bett.
Es ist wirklich saukalt im Städtchen. Vor allen Dingen, wenn man fotografieren muss. Die schwere Erkältung ist nun am Abklingen.
Ich wiederhole mich.
Ich hab zu nichts Lust.
Ich leg mich erstmal hin.
Abends werde ich mich ans Telefon klemmen und Haushalt machen.
Und ich habe schon rieseigen Hunger.

Sonst war nichts.


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Nächtliche Überlegungen zum Thema Freitod bei -10°C Aussentemperatur, drinnen
Genau das Richtige. Die richtige Temperatur. Zehn Grad minus. Minus zehn Grad. Wetter für den perfekten Suizid. Selbstmordwetter.
Denn den Freitod darf man sich schon mal vorstellen. Ihn träumen. Ich persönlich mache das ganz gerne mal. Oft ist dann die falsche Jahreszeit, nicht so heute.
Das Wetter spielt bei meiner Variante eine entscheidende Rolle. Folgendermassen:
Der Strick ist sicher eine erprobte und kostengünstige Methode zur Lebensbeendigung. Der Klassiker. Auch Tabletten und Verkehrsunfälle werden gern genommen. Springen.
Noch schöner jedoch finde ich meine Idee. Mit einer Flasche Hochprozentigem rauszugehen in Park oder Wald, Wiese, Aue, freies Feld, je nach Geschmack, sich zügig abzufüllen und sich in aller Seelenruhe erfrieren zu lassen. Ein sanftes, kühles Entschlafen wie ein kleiner Eisbär.
Nachts natürlich. So würd ich´s machen.
(Moment, ich schau mal unter Erfrierungen, ob´s auch geht. Unter Kälteschäden.)
Es geht wahrscheinlich. Wichtig ist nur, dass du auch wirklich nicht gerettet wirst!!! Es soll nur ja kein Rentner-Hund-Gespann längs kommen, dafür musst du sorgen, sonst bist du nämlich angeschmiert und musst fortan ohne Zehen leben, wie Reinhold Messner, nur ohne im Gegenzug mit dem Mount Everest protzen zu können.
Dieser Tod sieht im besten Fall sogar nach Alkoholunfall aus, gut wäre also, sich im Vorfeld dementsprechend mächtig ins Zeug zu legen, denn die Familie, der Partner, die Kollegen sollen doch keine Schuldgefühle haben, dass sie dich vernachlässigt hätten, deine versteckten Signale nicht zu deuten gewusst hätten usw., richtig?
So kostbar ist das Leben auch wieder nicht.

Nebenher habe ich bei meinen Recherchen erfahren, dass vom wissenschaftlich-medizinischen Standpunkt her, das Einreiben mit Schnee, z.B. nach Erfrierungen an den Händen, nach langanhaltendem Langlaufskigenuss bspw., fürchterlicher Blödsinn ist und davon abzuraten.

Sonderbares Thema.

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Montag, 5. Januar 2009
Puh.
Gestern verbrachte ich noch einen bürgerlichen Sonntagabend und sah Zimmer frei.
Wieder aggressive und beleidigende Nachrichten verschickt. Ich kann´s mir ja leisten.
Wieder heisse Zitrone und Mandarinen genommen.
Meine Erkältung wird leider nicht wirklich besser und lockerer. Nur unwesentlich. Bedenklich. Ich musste einen weiteren Tag freinehmen. Es würde zwar gehen, mit Ach und Krach, aber mit zuer Nase und Reizhusten, das ist auch für die zu Befragenden kein Zuckerschlecken da teilzunehmen, bei der Medienanalyse 2008. Manch einer hat womöglich Mitleid, aber nichts ist unangenehmer als eine Hustenattacke im Interview. Ist auch unhöflich. Zwanzig Minuten sprechen am Stück- das macht der gereizte Hals noch nicht mit, denk ich.
Ich habe nichts gegen Freizeit, möchte im Februar allerdings ein passables Gehalt.
Ich mache mir allerdings keine allzu grossen Sorgen darum, denn am Wochenende wird das Arbeiten ohnehin wohlwollendst bezuschlagt. Da hol ich auf.
Der Himmel strahlt heute allerdings in zauberhaftestem Blau, heute am 5ten Januar. Eine mehrere Tage andauernde Schneedecke, mit gelegentlichem Sonnenschein, bei Kälte, habe ich in Berlin so auch noch nicht erlebt. Ich muss raus! Mit Strumpfhose! Nach dem Frühstück. Habe noch Weihnachtsgeld für eine Jeans auszugeben und gehe mal zum Kuhdamm. Danach lege ich mich natürlich wieder ins Bett und schone mich weiter.

Morgen findet der Salon Noir statt, was immer ganz nett ist, ja wirklich und ich habe Karten für eine Lesung. Wäre schon super, dabei zu sein, in guter Verfassung.

Überleg, überleg. Unter 280 Wörter mach ich´s nicht, hab ich insgeheim beschlossen.
Ein Freund von mir, ein Oberstleutnant, geht im Februar nach Kabul. Ich hoffe, dass ers überlebt und mir eine Karte schickt.

Ich ging spazieren und schon nach einem Bild, fiel meine Kamera in die Kältestarre.





Unwesentlich später verdüsterten sich um mein Herz die Wolken.

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